Konzept/Besonderheiten

Welche Bildungskonzepte/Schulen/Länder haben Sie sich zum Vorbild genommen?

Die Vorbilder der PbG sind unter anderem in Skandinavien zu finden. Aber es gibt auch Konzept-Elemente, die bereits auch in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden und sich bewährt haben, wie beispielsweise das altersgemischte Lernen.

 

Haben Kultusministerium und Schulamt Ihr Konzept genehmigt?

Das Hessische Kultusministerium und das Staatliche Schulamt haben das Konzept genehmigt.

 

 

Wie stellen Sie die individuelle Förderung jedes Kindes sicher?

Die individuelle Förderung jedes Kindes stellen wir durch einen Grundpfeiler unseres Konzeptes sicher: das sehr gute Betreuungsverhältnis. In der PbG sind nur 18 Kinder in einer Klasse. Diese werden von zwei Pädagogen betreut. Dazu kommt für jeweils drei Klassen (54 Kinder) eine Förderlehrkraft, deren Hauptaufgabe es ist, die Kinder auf ihre Stärken und Schwächen hin zu beobachten, um die individuellen Lernpläne für jeden Schüler zu erstellen. Weitere Informationen.

 

Wie stellen Sie sicher, dass die Kinder alles lernen, was sie lernen sollen/müssen?

Auch die PbG ist an die Hessischen Rahmenrichtlinien gebunden. Das bedeutet, unsere Kinder werden in Prüfungen nachweisen müssen, dass Sie den geforderten Kenntnisstand haben. Unser schuleigenes Curriculum geht über die Rahmenlehrpläne aber deutlich hinaus, da wir als Ganztagsschule mit zwei Unterrichtblöcken pro Tag mehr zeit zur Verfügung haben als die Regelschule. Unsere Kinder werden also mehr Inhalte angeboten bekommen. Weitere Informationen.

 

Was meinen Sie konkret mit individueller Lernausgangslage? Wie wird sie bestimmt?

Die individuelle Lernausgangslage ist die Situation in der sich ein Kind befindet, wenn es an die PbG kommt. In diesem Alter ist der Entwicklungs- und Kenntnisstand noch sehr unterschiedlich. Einige Kinder können schon lesen, schreiben, rechnen, andere können es nicht. Manche bewegen sich schon sehr eigenständig, andere sind eher verträumt oder zurückgezogen. Durch unser sehr gutes Betreuungsverhältnis haben wir die Möglichkeit uns die Kinder sehr genau anzuschauen, ihre individuelle Situation zu erfassen und sie dann davon ausgehend gezielt zu fördern. Förderung wird sehr oft mit der Unterstützung für Kinder mit Lernschwächen gleichgesetzt. In unserem Fall sind damit aber ausdrücklich auch begabte Kinder gemeint, deren Stärken bzw. Talente wir erkennen und dann fördern und fordern wollen.

 

Was meinen Sie konkret mit Kompetenzentwicklung? Welche Kompetenzen werden entwickelt?

In der PbG steht die Entwicklung von Kompetenzen im Vordergrund, nicht das Pauken von Unterrichtsstoff. Eine der wichtigsten Kompetenzen, die wir vermitteln wollen, ist das Lernen zu lernen: wie und wo beschaffe ich mir Informationen, verarbeite sie und präsentiere meine Ergebnisse anderen? Dazu kommen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit. Alles so genannte Schlüsselqualifikationen wie sie das spätere Berufsleben in Stellenausschreibungen explizit fordert.

 

Altersgemischtes Lernen - funktioniert das? Fühlen sich die Älteren nicht unter- und die jüngeren nicht überfordert?

Die PbG schafft eine Lernatmosphäre und Lernumgebung, in der das altersgemischte Lernen funktioniert. Kleine Kinder orientieren sich gerne an Größeren und die Größeren genießen es Vorbilder zu sein. Eifersuchtsszenarien wie Eltern sie von Geschwisterkindern zu Hause kennen spielen in den größeren Gruppen keine Rolle. Durch das altersgemischte Lernen trainieren die Kinder ihre sozialen Kompetenzen. Dabei wird kein Kind über- oder unterfordert, denn alle haben ja ihre eigenen Lernpläne. Weitere Informationen.

 

Integratives Lernen - funktioniert das? Man sagt doch, eine Kette sei nur so stark, wie das schwächste Glied. Werden starke Schüler nicht in ihrer Entwicklung behindert, weil sie auf Schwache warten müssen?

Zahlreiche Studien zeigen, dass integratives Lernen die sozialen Kompetenzen der Kinder fördert. Darauf zahlt dieser Teil unseres Konzeptes hauptsächlich ein. An der PbG wird kein Kind in seiner Entwicklung gehemmt, da alle ihren individuellen Lernplan haben. Weitere Informationen.

 

Wie stellen Sie sicher, dass die Schwachen nicht von den Starken gemobbt werden und umgekehrt („Du Streber")?

Wir schaffen an der PbG eine entsprechende Lernatmosphäre und Umgebung, in der die Kinder ihre sozialen Kompetenzen stärken und lernen ihre Stärken verantwortungsvoll einzusetzen, um Schwächeren zu helfen. Weitere Informationen.

 

Fächerübergreifendes Lernen - funktioniert das? Wie stellen Sie sicher, dass die Inhalte aller Fächer im herkömmlichen Sinn abgedeckt sind?

Die Erfahrungen an den entsprechenden Schulen zeigen, dass fächerübergreifendes Lernen sehr gut funktioniert. Das Verständnis der Kinder für die Zusammenhänge wird gefördert, umgekehrt helfen die Zusammenhänge dabei, Dinge besser zu verstehen, als wenn sie in einzelnen Fächer isoliert betrachtet werden oder bestimmte Aspekte gar ausgeklammert werden. Dass die Inhalte der herkömmlichen Fächer abgedeckt sind ist dadurch sichergestellt, dass die PbG die Hessischen Rahmenrichtlinien erfüllen muss. Das bedeutet, unsere Kinder werden in Prüfungen nachweisen müssen, dass Sie den geforderten Kenntnisstand haben. Unser schuleigenes Curriculum geht über die Rahmenlehrpläne aber deutlich hinaus, da wir als Ganztagsschule mit zwei Unterrichtblöcken pro Tag mehr zeit zur Verfügung haben als die Regelschule. Unsere Kinder werden also mehr Inhalte angeboten bekommen. Weitere Informationen.

 

Fächerübergreifendes Lernen - funktioniert das? Verwirrt es die Kinder nicht, ist eine Einordnung in Fächer und eine konzentrierte Behandlung während eines bestimmten Zeitraums nicht sinnvoller?

Das fächerübergreifende Lernen verwirrt die Kinder nicht, sondern hilft ihnen vielmehr Zusammenhänge besser zu verstehen bzw. durch die Zusammenhänge einzelne Aspekte besser zu verstehen. Weitere Informationen.

 

Sie sprechen von „Schule in Bewegung". Was bedeutet das konkret?

„Schule in Bewegung" hat an der PbG mehrere Bedeutungen:

Wir achten auf das Bewegungsbedürfnis von Grundschulkindern und gehen durch Bewegungspausen im Unterricht darauf ein. Wir bieten ein eigenes, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmtes Bewegungs- und Sportangebot. Im übertragenen Sinne steht „Schule in Bewegung" dafür, dass wir unsere Schule ständig weiterentwickeln wollen und das wir Bewegung in die deutsche Bildungslandschaft bringen wollen. Weitere Informationen.

 

Wenn die Kinder sich frei bewegen dürfen, wie stellen Sie sicher, das nichts passiert, keines die Schule verlässt, genug gelernt wird?

Die Tatsache, dass die Kinder sich bei uns frei bewegen dürfen, heißt nicht, dass in der PbG Chaos herrscht. Die Kinder stehen immer unter Aufsicht. Wer seine Gruppe verlässt, meldet sich ab und  hat entweder einen  Auftrag oder geht in eine andere Gruppe, wo er von der anderen Lehrkraft beaufsichtigt wird. Dass Kinder bei uns ausbüxen, ist genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie an jeder anderen Grundschule auch.

 

Wie wird das Konzept der Bilingualität an Ihrer Schule umgesetzt?

Die PbG setzt auf das so genannte Immersionsverfahren. Das heißt die Kinder tauchen in die zweite Sprache ein. Diese wird  so als zweite Schulsprache und nicht als Fremdsprache erlebt. Das funktioniert, da wir sukzessive bis 70 Prozent des Unterrichts - Deutsch und Sport sind die Ausnahme - zweisprachig abhalten. Von den zwei Pädagogen, die eine Klasse betreuen, spricht einer mit den Kindern Deutsch und der andere Englisch. Letzterer ist ein native speaker, sodass die Kinder von Anfang an auch die richtige Aussprache lernen.

 

Bilingualität - muss das sein? Verwirrt es die Kinder nicht? Ist es nicht besser, wenn die Kinder zunächst richtig Deutsch lernen und sich dann weiteren Sprachen zu wenden.

Studien zeigen, dass die Kinder gerade im Grundschulalter aufnahmefähiger für Fremdsprachen sind, da sie gerade im bilingualen Unterricht mit dem von der PbG angewandten Immersionsverfahren in die Sprache eintauchen und sie nicht als Fremdsprache sehen.

 

Bilingualität, PC-Führerschein etc. - Überfordert das vielseitige Angebot die Kinder nicht? Wäre es nicht besser, sich zunächst auf eine solide Ausbildung in Lesen, Schreiben, rechnen zu konzentrieren?

Kinder sind neugierig und wollen lernen. Dazu kommt, dass sie in diesem Alter besonders aufnahmefähig sind. Deshalb halten wir es für richtig, ihnen diese Möglichkeiten zu bieten. Die individuellen Lernpläne an der PbG sorgen dafür, dass kein Kind überfordert wird.

 

Sie betonen Aspekte wie kindgerecht, individuell, spannend. Aber das Erlernen von Ordnung, Disziplin etc. hat doch noch keinem geschadet, oder?

Die Tatsache, dass an der PbG andere Regeln gelten als an der traditionellen Schule heißt nicht, dass wir keine Regeln haben. Auch wir legen Wert auf Ordnung und Disziplin, werden diese den Kindern vorleben und von ihnen einfordern. Wir erreichen dies eben nur nicht beispielsweise durch Stillsitzen.

 

Wenn die Methoden der PbG so gut sind, warum werden sie an den Regelschulen nicht eingesetzt?

An vielen Schulen werden von vielen Lehrern einzelne Elemente unseres Konzeptes sehr erfolgreich eingesetzt. Ein so umfassendes Konzept umzusetzen, wie es die PbG bietet, erfordert aber beispielsweise auch die entsprechenden finanziellen Mittel für die Pädagogen. Dies ist eine erhebliche Beschränkung, der das staatliche Schulsystem unterliegt.

 

Lernen die Kinder auch etwas aus den Bereichen „Kunst" und „Musik"?

Ja, auch die Bereiche Kunst und Musik werden an der PbG abgedeckt. In einer zentralen Unterrichtseinheit etwa zum Thema „Wasser" finden sich diese Aspekte etwa beim Malen von Wasserbildern mit Wasserfarben oder dem hören und singen von Liedern mit Bezug zum Wasser. Darüber hinaus planen wir Kooperationen mit lokalen Musik- und Kunstschulen, um Kindern mit besonderen Neigungen und Talenten in diesen Bereichen ein breites Angebot machen zu können. Weitere Informationen.