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Altersgemischt und integrativ

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Paul und Anne sind Kinder mit normaler Lernbegabung. Paul ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klassenstufe. Anne ist sechs und geht in die erste Klassenstufe. Beide gehören zur altersgemischten Klasse „Die Lernfrösche", die  aus maximal 18 Kindern besteht. Dort lernen sie gemeinsam mit der hochbegabten Maria aus der „Eins" und Vorschüler Gustav.

Damit alle Kinder die Lernziele ihrer Klassenstufe erreichen, werden sie jeden Tag zeitlich flexibel innerhalb der beiden Unterrichtsblöcke nach Alter aufgeteilt. Paul geht als Siebenjähriger mit normalem Leistungsstand in die Klassenstufe für die Zweitklässler, gemeinsam mit Kindern in seinem Alter aus der Klasse „Die Lernfrösche" sowie aus der zweiten altersgemischten Klasse „Die Schlaufüchse". Maria, die eigentlich noch in der „Eins" wäre, aber aufgrund ihrer Hochbegabung sehr schnell lernt, arbeitet mit den Zweitklässlern, da sie den Stoff bereits bewältigen kann. Anne bildet mit den anderen Erstklässlern der „Lernfrösche" und der „Schlaufüchse" die Klassenstufe Eins. Dort lernen die Kinder nach den Anforderungen der Hessischen Rahmenrichtlinien für die erste Klassenstufe z.B. rechnen im vorgegebenen Zahlenraum sowie lesen und schreiben.

Zu den „Lernfröschen" gehört auch Moritz. Er ist ein Integrationskind mit einer leichten Lernbehinderung. Moritz ist sehr gut in seine Klasse integriert. Seine Mitschüler lernen, was Rücksichtnahme und Teamarbeit bedeuten, wenn sie Moritz bei Aufgaben seines speziellen Arbeitsplanes helfen oder ihn beim Einsammeln von Arbeitsmaterial z.B. für ein Experiment unterstützen. Dieser Zusammenhalt stärkt die sozialen Kompetenzen jedes Kindes nachhaltig.

An der PbG wird altersgemischt gelernt. Das bedeutet, immer zwei Klassenstufen werden in einer Klasse gemeinsam unterrichtet: Kinder der Klassenstufe 1 und 2, Kinder der Klassenstufe 3 und 4 sowie Kinder der Klassenstufe 5 und 6. Vorschul-Kinder beziehungsweise "Kann"-Kinder werden, soweit sie die Vorraussetzungen erfüllen, in die Klassenstufe 1 integriert.

Diese Unterrichtsform hat den Effekt, dass sich die jüngeren Kinder von den Älteren Dinge abschauen und die Älteren ihre sozialen Kompetenzen entwickeln, weil sie Vorbild für die Jüngeren sind. Zu diesen sozialen Kompetenzen, auch Soft Skills genannt, gehören beispielsweise Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit. Diese Kompetenzen sind insbesondere im Berufsleben gefragt. Um sie zu beherrschen, ist es wichtig, sie möglichst früh zu erwerben.

Für das Erlernen von Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen werden für bestimmte Stunden am Tag die altersgemischten Klassen in altershomogene Klassenstufen der Kinder getrennt. Die Leistungsfähigkeit von Kindern, die langsamer oder schneller lernen, wird dabei berücksichtigt.

Die PbG bietet darüber hinaus die Möglichkeit zu integrativem Unterricht. Das bedeutet, dass pro Klasse von maximal 18 Kindern bis zu drei Kinder mit leichter Lernbehinderung aufgenommen werden können. Es ist wissenschaftlich belegt, dass integrativer Unterricht günstige Bedingungen für das gemeinsame Lernen schafft und entscheidend dazu beiträgt, dass Kinder soziale Kompetenzen entwickeln und festigen.